Kinderschere kaufen: Welche Schere ist die richtige für welches Alter (Links- & Rechtshänder)
„Meine Schere schneidet nicht richtig!“ – diesen Satz hören viele Eltern von ihren Kindern, wenn diese im Kindergarten basteln oder in der Grundschule anfangen, sauber auszuschneiden. Und oft liegt es nicht am Kind, sondern an der Kombination aus falscher Schere, falscher Hand und zu anspruchsvollem Material.
Eine gute Kinderschere ist mehr als „klein und bunt“. Sie muss zur Händigkeit passen (rechts oder links), ergonomisch greifbar sein, für das Kind sicher sein – und so schneiden, dass dein Kind Erfolgserlebnisse hat. Genau darum geht es in diesem Ratgeber.
In diesem Ratgeber erfährst du:
- welche Kinderschere zu Kindergarten, Vorschule & Grundschule passt,
- woran du eine echte Linkshänder-Schere erkennst (und warum das so wichtig ist),
- welche Sicherheits- und Qualitätsmerkmale du prüfen solltest,
- wie dein Kind das Schneiden Schritt für Schritt erlernt
- und was du tun kannst, wenn Papier „zerkaut“ wird.
1. Warum die richtige Kinderschere so viel ausmacht
Schneiden trainiert wichtige Fähigkeiten, die dein Kind auch später fürs Schreiben, Basteln und viele Alltagsaufgaben braucht:
- Handkraft und dosierter Druck,
- Fingerkoordination (Daumen hoch – nicht „Daumen nach unten“),
- Beidhand-Koordination (eine Hand schneidet, die andere führt das Papier),
- Konzentration und Auge-Hand-Koordination entlang einer Linie.
Wenn die Schere nicht zur Hand passt oder zu stumpf ist, fühlt sich das Schneiden für dein Kind wie ein Kampf an. Mit der passenden Schere kann dein Kind einfacher und vor allen Dingen erfolgreich ausschneiden. Daraus entsteht das positive Gefühl: „Ich kann das und habe Spaß beim Schneiden!“.
2. Kinderscheren-Typen: Vorschulschere, Schulschere, Bastelschere
2.1 Vorschulschere (ca. 3–6 Jahre)
Vorschulscheren sind für den Einstieg ins Schneiden gemacht.
Ihre Eigenschaften sind:
- kurze Klingen,
- abgerundete Spitze,
- griffige, größere Grifflöcher,
- leichtes Öffnen & Schließen (nicht „klemmend“).
Wichtig: Für kleine Hände ist „leichtgängig“ entscheidender als „superscharf“.
2.2 Schulschere (ab 1. Klasse)
In der Grundschule braucht dein Kind eine Schere, die dauerhaft zuverlässig schneidet – auch bei folgenden Materialien:
- Tonpapier,
- dünnem Karton,
- Bastelvorlagen und Arbeitsblättern.
Eine gute Schulschere liegt sicher in der Hand deines Kindes. Sie schneidet sauber entlang der Linie und bleibt auch nach vielen Einsätzen stabil.
2.3 Bastelschere / Spezialschere
Für ältere Kinder (oder gemeinsam mit dir) kommen später andere Scherenarten dazu:
- Zackenscheren für Musterkanten,
- feinere Scheren für Details,
- stabilere Bastelscheren für dickere Materialien.
Für den Alltag deines Kindes reicht aber fast immer eine gute Schulschere und – wenn nötig – eine passende Linkshänder-Schere.
In der Kategorie Scheren in unserem Onlineshop findest du die oben beschriebenen Scheren in den Unterkategorien Vorschule & Kinderscheren, Schule & Bastelscheren, Haushaltsscheren & Büroscheren und Scheren für Linkshänder.
Ergänzend bieten wir noch eine große Auswahl an Lern- und Therapiescheren, Maniküre- & Hautscheren, Gartenscheren und Spezialscheren.
3. Links oder rechts? So erkennst du die richtige Schere
3.1 Warum Linkshänder eine echte Linkshänder-Schere brauchen
Viele rechtshändige Menschen glauben, man könnte eine „normale“ Schere einfach in die linke Hand nehmen und damit schreiben. Dieses Argument lässt sich einfach widerlegen, wenn ein Rechtshänder mit der rechten Hand eine Schere für Linkshänder bedient.
Recht schnell wird dann vom Rechtshänder festgestellt, dass sich die Scheren unterscheiden und der Schneidevorgang schwieriger wird.
Der Unterschied zwischen den Scheren ist folgender: Bei einer Rechtshänder-Scheren ist die Klingenlage und der Druckverlauf auf die rechte Hand ausgelegt.
Nutzt ein Linkshänder eine Schere für Rechtshänder passiert oft Folgendes:
- Das Papier wird „zerkaut“, weil die Klingen nicht sauber aufeinander drücken.
- Die Schnittlinie ist schlecht sichtbar, weil die obere Klinge im Weg liegt.
- Die Schneidehand verkrampft und die Hand und das Handgelenk wird unnatürlich verdreht.
Eine echte Linkshänder-Schere hat nicht nur einen anders geformten Griff – sie hat eine linke Klingenlage, damit die Schere in der linken Hand natürlich schneidet.
3.2 Kurztest: Passt die Schere zur Hand?
- Welche Hand nutzt dein Kind spontan zum Schneiden, wenn du die Schere mittig vor es hinlegst?
- Ist der Daumen oben und zeigt nach oben (nicht nach unten verdreht)?
- Sieht dein Kind die Schnittlinie gut – oder „rät“ es beim Schneiden?
Wenn dein Kind linkshändig ist, lohnt es sich, früh auf echte Linkshänder-Scheren zu setzen – das erspart euch Frust und es fördert saubere Schneidbewegungen.
Mehr Informationen findest du auch in unserem Ratgeber Linkshänder in der Schule: Was dein Kind wirklich braucht.
4. Qualitätsmerkmale: Woran du eine gute Kinderschere erkennst
4.1 Ergonomischer Griff
- Grifflöcher passen zur Kinderhand (nicht zu eng, nicht zu groß).
- Rutschfeste Oberfläche hilft bei schwitzigen Händen.
- Für kleine Kinder ist eine weiche, griffige Haptik oft angenehmer.
4.2 Schneidleistung
- Die Schere sollte Papier sauber schneiden, nicht reißen.
- Sie muss sich gleichmäßig öffnen/schließen lassen – ohne „Haken“.
- Sie sollte bei normalem Druck schneiden (dein Kind sollte nicht drücken müssen wie bei einem Nussknacker).
4.3 Sicherheit
- Abgerundete Spitze für Kindergarten/Vorschule.
- Robuste Verarbeitung (kein wackeliges Gelenk).
- Klare Regeln: Schere wird sitzend genutzt und nicht im Rennen getragen.
5. Schneiden lernen: Die besten Übungen für Kindergarten & Grundschule
Schneiden ist eine Fähigkeit, die in Stufen erlernt wird. Der Trick: Starte mit dem Schneiden so, dass dein Kind schnell Erfolg hat.
5.1 Einstieg: Schnipseln statt „sauber ausschneiden“
- Streifen aus Papier schneiden (gerade Schnitte).
- Fransen schneiden (mehrere kurze Schnitte nebeneinander).
- Papierstreifen in kleine „Konfetti“-Stücke schneiden.
Das trainiert die Öffnen-Schließen-Bewegen und die Kraft-Dosierung – ohne Linien-Druck.
5.2 Nächste Stufe: Auf Linien schneiden
- Dicke Linien aufmalen (z. B. mit Filzstift), erst gerade, dann leicht gebogen.
- Zickzack-Linien als „Straße“ schneiden.
- Einfache Formen: Quadrat, Dreieck, Kreis (erst groß, dann kleiner).
5.3 Materialwahl: Nicht alles ist „schneidfreundlich“
Für den Einstieg eignen sich:
- normales Papier,
- leichter Karton/Tonpapier,
- Vorlagen mit klaren Linien.
Schwieriger sind zu Beginn oft folgende Materialien:
- sehr dünnes, rutschiges Papier,
- sehr dicker Karton,
- kleine Details (z. B. filigrane Figuren).
Wenn du Schneiden ganzheitlich unterstützen willst, schau auch in unseren Ratgeber Feinmotorik fördern: Spielideen & Materialien.
6. Typische Probleme – und die passenden Lösungen
6.1 Papier wird „zerkaut“ oder reißt
- die Schere ist stumpf oder qualitativ schwach.
- Bei Linkshändern: falsche Klingenlage (Rechtshänder-Schere in der linken Hand).
- das Material ist zu dick oder zu dünn für die Schere.
Lösung: eine echte Linkshänder-Schere (wenn nötig), eine passende Schulschere und das passendes Übungsmaterial (Papier)
6.2 Kind verkrampft oder „verdreht“ die Hand
- der Scherengriff passt nicht zur Handgröße.
- die Schere ist zu schwergängig.
- die Sitzposition und/oder die Blattlage ist ungünstig.
Lösung: eine ergonomisch passende, leichtgängige Schere; kurze Übungsphasen; ruhigere Haltung – ohne ständiges Korrigieren.
6.3 Kind schneidet „von oben“ oder Daumen zeigt nach unten
Das ist bei vielen Kindern eine Zwischenstufe. Hilfreich ist:
- folgender Merksatz: „Der Daumen schaut nach oben.“
- Kurze Übung: Schere schließen/öffnen wie ein „Krokodilmaul“ –
der Daumen bleibt oben. - Schere in der richtigen Hand anbieten und kurz vormachen.
7. Wann es sinnvoll ist, Unterstützung zu holen
Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich. Hol dir zusätzliche Unterstützung, wenn:
- dein Kind trotz passender Schere dauerhaft stark verkrampft,
- Schneiden über längere Zeit komplett gemieden wird,
- die Hand schnell schmerzt oder ermüdet,
- du das Gefühl hast: „Hier fehlt eine Grundlage in Kraft oder Koordination.“
Anlaufstellen können sein: Lehrkräfte, Förderlehrkräfte, Ergotherapeut:innen (mit Schwerpunkt Pädiatrie/Feinmotorik).
8. FAQ: Häufige Fragen zur Kinderschere
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1. Ab wann kann mein Kind mit einer Schere schneiden?
Viele Kinder probieren Scheren ab einem Alter von etwa 3 Jahren aus – anfangs geht es um Schnipseln und kurze Schnitte. Wichtig ist eine altersgerechte, sichere Vorschulschere und eine Begleitung durch einen Erwachsenen.
2. Woran erkenne ich eine echte Linkshänder-Schere?
Am wichtigsten ist die linke Klingenlage. Eine reine Griff-„Spiegelung“ reicht nicht. Mit einer echten Linkshänder-Schere sieht dein Kind die Schnittlinie besser und die Schere schneidet sauber, ohne das Papier zu zerreißen.
3. Muss mein Kind im Kindergarten schon perfekt ausschneiden können?
Nein. Saubereres Ausschneiden entwickelt sich Schritt für Schritt. Im Kindergarten geht es vor allem um Grundlagen: Schere halten, öffnen/schließen, einfache Schnitte. Perfekte Formen kommen erst später.
4. Welche Schere ist besser: sehr leichtgängig oder „stabil“?
Für jüngere Kinder ist eine leichtgängige Schere oft besser, weil dann weniger Kraft benötigt wird. Für ältere Kinder darf sie stabiler sein – wichtig ist, dass die Schere zuverlässig schneidet, ohne dass dein Kind drücken muss.
5. Warum klappt Schneiden bei meinem Kind zu Hause, aber in der Schule nicht?
Oft liegt es an der Schere im Klassenraum (stumpf oder nicht zur Hand passend), am Zeitdruck oder am Material. Eine eigene, passende Schulschere im Mäppchen kann hier viele Schwierigkeiten lösen.
6. Sind „Scheren für beide Hände“ eine gute Lösung?
Manchmal funktionieren sie für Bastelarbeiten – aber für linkshändige Kinder ersetzen sie keine echte Linkshänder-Schere, wenn es um saubere Schnitte, Sicht auf die Linie und eine natürliche Handhaltung geht.
7. Was ist der beste erste Schritt, wenn mein Kind frustriert ist?
Mach es deinem Kind wieder leichter: dicke Linie, Papierstreifen, kurze Schnipsel-Übungen – und eine Schere, die wirklich schneidet. Erfolgserlebnisse sind der Turbo fürs Dranbleiben.
Fazit: Die richtige Schere spart Frust – und macht Schneiden zu einem „Ich kann das!“
Wenn Schneiden schwerfällt, liegt es selten am „Unvermögen“ deines Kindes. Meist passt einfach die Schere nicht zur Hand, zum Alter oder zum Material.
Mit einer passenden Kinderschere – und bei Linkshändern mit echter Linkshänder-Klingenlage – wird Schneiden deutlich leichter. Kombiniert mit kurzen Übungen und schneidfreundlichen Materialien entwickelt dein Kind Schritt für Schritt Sicherheit, Handkraft und Präzision.
Das passt dazu:
- Linkshänder in der Schule: Was dein Kind wirklich braucht
- Feinmotorik fördern: Spielideen & Materialien für Kindergarten & Grundschule
- Bastelgrundausstattung für Kinder: Welche Materialien sich wirklich lohnen
- Kleber für Kinder: Welcher Kleber für Schule, Basteln & Alltag wirklich passt
- Stifthaltung bei Kindern: So lernt dein Kind entspannt schreiben






